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Zum Tag des Ausbildungsplatzes: Forschungsprojekt empfiehlt, Rahmenbedingungen zu verbessern
Ergänzend zu dem heutigen Appell von Manfred Kremer, dem Präsidenten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) empfiehlt das Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekt „leben.lernen.chancen nutzen.“ das Thema „Jugendwohnen“ als bildungspolitische Aufgabe zu erkennen und entsprechend zu fördern. Kremer hatte zum Tag des Ausbildungsplatzes „mehr Flexibilität und Engagement von allen Beteiligten“ gefordert, um Fachkräftenachwuchs und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dazu Projektleiter Andreas Finke: „Wir dürfen nicht nur Flexibilität einfordern, sondern müssen auch Strukturen bereitstellen, die junge Menschen bei einem ausbildungsbedingten Ortswechsel unterstützen.“
Finke verweist auf die zeitgleich durch das BIBB veröffentlichte Liste der modernisierten Ausbildungsberufe 2010: „Was sollen junge Menschen tun, wenn der ihren Neigungen entsprechende Ausbildungsplatz kilometerweit vom Wohnort entfernt liegt? Einen Beruf, wie z.B. den des Pferdewirts kann man nicht überall erlernen. Hier greifen die Jugendwohnheime unterstützend ein.“ Über 550 derartige Einrichtungen stellen bundesweit günstigen Wohnraum zur Verfügung und bieten durch sozialpädagogische Begleitung den Rückhalt, der für die Jugendlichen durch ihre neue Lebenssituation notwendig ist.
Umso unverständlicher sei es, dass die Zukunft dieser Einrichtungen gefährdet ist. Andreas Finke: „Es ist „fünf vor zwölf“ für das Jugendwohnen und leider drängt sich der Verdacht auf, dieses so wichtige Angebot müsse erst komplett von der Bildfläche verschwinden, damit man seine bildungspolitische Dimension in Deutschland erfasst.“ Vielfältige Zuständigkeiten auf kommunaler und auf Bundesebene hätten zu fehlender Steuerung und Profilierung für das Jugendwohnen geführt. „Wir empfehlen den politisch Handelnden, den Bedarf einer regionalen Infrastruktur zur Mobilitätsförderung von Jugendlichen, in den Fokus zu nehmen“, so Finke. „Die Rahmenbedingungen für berufliche Bildung müssen weiterentwickelt werden, um sie für demografische und wirtschaftliche Herausforderungen fit zu machen.“

